Joseph Deiss geht also zurück an die Uni. Da ich immer noch sauer bin, dass damals Madame Metzler zugunsten von Blochers Bundestratssitz geopfert wurde, statt dem ungleich inkompetenteren Monsieur Deiss, war ich etwas enttäuscht, dass Deiss wohl nicht zur Uni zurückkehrt um dazuzulernen, sondern um seine Weisheiten unters Volk zu bringen. Da kann man nur hoffen, dass in diesen Vorlesungen keine zukünftigen Bundesräte nachhaltig beeinflusst werden...
Bleiben wir beim Thema Politik: in Québec stehen in Kürze Wahlen an. Als frischgebackene (ja, jetzt offiziell!) und vierteljährliche Abstimmungstermine gewohnte Schweizerin musste ich mit Erstaunen feststellen, dass im sonst doch eher säkularisierten Kanada der Sonntag offenbar zu heilig für den Urnengang ist und somit ein gewöhnlicher Wochentag herhalten muss. Diesmal trifft es den Montag, 26. 03. 2007. Da es dem hart arbeitenden Volk jedoch nicht zuzumuten ist, schnell in der Mittagspause wählen zu gehen (Briefwahl scheint hier offenbar nicht möglich zu sein), muss der Arbeitgeber seine Belegschaft entweder am Vormittag oder am Nachmittag von der Arbeit freistellen. Schulen und wahrscheinlich (nur meine Vermutung) auch alle Beamte sind hingegen am gesamten Wahltag freigestellt.*
Ich für meinen Teil finde das grossartig! Hauptsächlich da zwei von meinen drei wöchentlichen Vorlesungen jeweils montags stattfinden...
Ansonsten ärgere ich mich primär darüber, dass trotz meiner mickriger drei Kurse so viel Arbeit anfällt mit verhassten Gruppenarbeiten, Einzelarbeiten und Pflichtlesestoff, dass ich mir bis Ende April wohl tolle Ausflüge in die grosse weite Welt (= Boston, Toronto, New York u.ä.) ans Bein streichen kann. Ihr könnt euch vorstellen, wie unangenehm es für mich ist, in meinem letzten Uni-Semester plötzlich richtig arbeiten und mich anstrengen und tatsächlich etwas lernen zu müssen! Nicht, dass ich das alles vorher nicht hätte tun sollen, aber hier muss ich. I am not amused. Nun ja, der positive Nebeneffekt hierbei ist, dass ich wohl tatsächlich akademisch (und wer weiss, vielleicht sogar persönlich) von diesem Aufenthalt profitieren werde.
Was mich zu einer Bitte an meine lieben und wie ich weiss äusserst wohlmeinenden Freunde führt: Wenn mich nochmal einer fragt, "wie denn die kanadischen Männer so sind *zwinkerzwinker*", kann ich nicht dafür garantieren, dass meine Antwort höflich ausfällt. Ich verspreche an dieser Stelle hoch und heilig, euch umgehend Bericht zu erstatten, wenn es bezüglich kanadischen Männern zu bahnbrechenden Erkenntnissen kommen sollte. Für den Moment scheint den homo sapiens canadiensis jedoch nicht sehr viel von seinen europäischen Artgenossen zu unterscheiden.
Nun zur Frage der Woche:
Warum, um Gottes willen (oder in Teufels Namen, was auch immer euch lieber ist), braucht in unserer globalisierten Welt, in der Transportwege im weltweiten Handel und in unserer Kommunikation keine Rolle mehr spielen, ein schlichtes Paket, von einer Mutter liebevoll vorbereitet für das Kind in der Ferne, 14-30(!) Tage um den Atlantik zu überqueren?
Ich freue mich auf eure bestimmt wie immer sehr zahlreichen Kommentare! (Ja, der Sarkasmus, er trieft hier)
* Herrmann findet an dieser Stelle "freigestellt" zu hart. Für bessere Vorschläge bin ich natürlich offen, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass "frei geben" meines Erachtens ein Helvetismus ist - oder?
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7 comments:
Hi Baby,
Die Transportfrage ist einfach: Ein Migro-Budget-Heimweh-Paket von einer Durchschnittsmutter (salärmässig, meine ich.. ;-)) liebevoll vorbereitet, kostet mit UPS (2-3 Tage) Sfr 230.-, dafür Economy Schweiz 56.- Fr. Euro in A 27.- ... ich wollte nach A, hatte aber keine Zeit (PTT Österreich arbeitet nicht Samstags, vielleicht deshalb 15.- Fr. billiger?)... Doch da der Inhalt sicher nicht Sfr. 56.- Wert ist, nahm ich nicht priority oder ups, sondern Swiss Economy... sozusagen auch als Liebesbeweis :-) ... und PTT CH (Idee Suisse, auch das?) wundert sich, warum niemand mehr Pakete oder Briefe per Schneckenpost aufgibt... deshalb... sok sok puszi a mamád :-)
230.- für ein Paket? Die spinnen, die Römer! Unglaublich sowas. Empörend.
Halsabschneider. Alle!
Liebste Anna (Ich lass die Förmlichkeit nun mal weg)
Da kannst du richtig froh sein, dass Herr Deiss nicht an die Uni in Kanada kommt. Gut, der hätte die Aufnahme wohl käumlich bestanden.
Ich finde "freistellen" eigentlich der passende Ausdruck, denn es klingt für meine Wenigkeit sehr nach Zwang. Aber sagen sie, wenn doch das ihr wichtigster Schultag ist, gibt es da niemanden, mit dem man dealen könnte?
Es tut mir sehr leid für Sie, dass es nun doppelt so streng wird, als es so oder so schon war (ich bin noch immer der Meinung, dass Studieren NICHT gleich Schoggiläbe ist, schon gar nicht im Ausland). Es fällt mir schwer, wirklich hilfreiche Worte zu finden, natürlich auch Mangels Erfahrung in diese Richtung, am liebsten würde ich sie einfach mal drücken. ;)
Ja, du wirst akademisch UND auch persönlich um Erfahrungen reicher sein, keine Frage. Die persönlichen zeigen sich aber oft erst wieder in der gewohnten Umgebung. So hab ich es zumindest bei Freunden erlebt.
Die Antwort zur Frage der Woche:
Das ist genau so unverständlich wie die Fälle von der Schweizer Post, bei denen Briefe für immer und ewig vom Postweg-Nirwana verschluckt werden. Und dies sogar, wenn man gleich neben der Post des eigenen Kreises wohnt.
In diesem Sinne drücke ich dich ganz fest, und wünsche dir ganz viel Kraft für die weiteren Projekte, es kommt gut! :)
Alles Liebe,
Simi
Jaja, Deutsch ist schwer, so früh am Morgen, ich bitte sie, beide Augen so weit zuzudrücken, dass sie den Fehlerteufel nicht bemerken.
Liebste Simi,
meine Augen sind zu winzig kleinen Schlitzen zugedrückt, keine Sorge!
Vielen lieben Dank für die aufmunternden Worte!
Das mit dem wichtigsten Schultag war ernst und nicht ironisch gemeint, d.h. ich hab tatsächlich absolut nichts dagegen, dass diese zwei Vorlesungen ausfallen!:-D
Ich freu mich schon sehr, meine Lieben zu Hause wieder persönlich drücken zu können (auch wenn der Kuschelbär im Skype noch so süss ist)!
Schon vor meiner Abreise haben mir alle Auslandaufenthalt-erprobten Mitmenschen prophezeit, ich würde hier die tollste Zeit meines Lebens verbringen und ich solle es in vollen Zügen geniessen. Ich verspreche, ich geb mir Mühe, aber zu Hause hatte ich auch eine ganz schön tolle Zeit, ist nicht einfach, das zu toppen - besonders, weil meine Lieben hier nicht mit dabei sein können...(seht das bitte als Kompliment und nicht als Zeugnis meiner sozialen Inkompetenz oder so;-)).
Alles Liebe & bis bald,
Anna
Achso, bin ich in die Ironiefalle getappt. :D
Ja, dann ist wenigstens ein Problem aus der Welt geschafft.
Ja, eben, das ist es ja. Auf Reisen wäre die Zeit sicher die geilste. Aber du reist ja nicht nur, du arbeitest hart da drüben und da bleibt auch nicht so viel Zeit, sich neue Liebste anzuschaffen (was ich auch nur schwersten Herzens goutieren würde ;) ;) )
Iwo, soziale Inkompetenz!
Trotzdem hoffe ich für sie, dass sie sich so viel Spass wie möglich aus der Zeit nehmen können.
Jawoll. Nämlich.
Im Fall!
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