Hinfahrt:
Statt nachts zu fahren und am Dienstag Morgen frisch und munter in New York anzukommen, ging's erst Dienstag früh (zu früh - *gähn*) los, was schon mal einen Tag weniger NY bedeutete. Ausserdem musste die liebe Greyhound Busgesellschaft wegen der zwei ausgefallenen Busse vom Vortag gleichzeitig drei losschicken. Tolle Idee. Wieso? Nun, wie wir wohl alle wissen, sind US-Amerikaner in letzter Zeit (bzw. seit ziemlich genau 5.5 Jahren) etwas paranoid, was Ausländer und Grenzübertritte und allgemein und so anbelangt. Was bedeutet, dass an der Grenze alle aus dem Bus aussteigen, ihr Gepäck präsentieren, einem netten Grenzbeamten ihre Lebensgeschichte erzählen, sich fotografieren lassen und ihre Fingerabdrücke hinterlassen müssen. Das kann dauern. Selbstverständlich hat uns Murphy's Law auch diesmal nicht im Stich gelassen und wir waren der dritte Bus. Zwei Stunden Wartezeit am Grenzübergang Champlain.
Selbstnatürlich tat diese Verzögerung allen furchtbar leid, und als Entschädigung für meine Mühen durfte ich dann 6 US-Dollar für den Grenzübertritt bezahlen. Trotz gültigem Visum. Wieso auch nicht? Das Visum war eh viel zu billig, wir wollen doch nicht, dass Bush's Star Wars-Programm (aka Raketenabwehr im Weltraum) an mangelnder Finanzierung scheitert.
Ankunft:
Ich hab mich dann aber schnell wieder gefangen, wir haben unsern Kram in der Jugi deponiert und sind losgezogen, um Herrmanns gute alte Freunde, Amy und Cue zu besuchen. Mit Metro-Tickets bewaffnet, die wir uns souverän am Automaten geholt hatten, liefen wir zielstrebig (um ja nicht als Touris aufzufallen) durch die Gänge und landeten schliesslich planmässig im Stadtteil Harlem. Bei Amy gab's dann lecker Mexikanisch vom Lieferservice, Wein, Film gucken und sowieso äusserst gemütlich! Zum Abschluss des Abends erklärte sich schliesslich noch Cue's Bruder Rob bereit, ein bisschen mit uns um die Häuser zu ziehen (womit ich meine, dass wir eigentlich müde waren, aber er meinte, wir müssten unbedingt noch mitkommen in die Bar, in der er gelegentlich auflegt, was wir dann auch gemacht haben und es war nett und wir um 3.30h morgens im Bett - ohne Rob natürlich. Was ihr auch immer für schmutzige Gedanken habt, tztztz.).
Tag der Museen:
Danach stellten wir unsere unglaubliche Effizienz unter Beweis und liefen durch den Central Park zum Metropolitan Museum of Art (= zwei Sehenswürdigkeiten auf einmal! Eben effizient!). Das war zwar beeindruckend, aber wir irgendwie müde, daher war unser Enthusiasmus gegen Ende nicht mehr so sprühend. Der American Wing des Met stellte sich dann als ideal für uns herau, da wir uns einfach auf die Bänke im Wintergarten knallen konnten und trotzdem sahen wir um uns herum überall Kunst (effizient eben!).
Unsere Lebensgeister erweckten wir dann mit dem Highlight unserer Reise wieder zum Leben: Mamma Mia! Das Musical! Basierend auf den Songs von Abba! Am Broadway! Im Winter Garden Theatre! Sauteuer, aber jeden Cent wert. Das Niveau an Professionalität war hier wirklich beeindruckend - erstklassige Schauspieler&Sänger, grossartige Produktion. Schön, wenn man sich nach einer Show nicht fragt, warum man dafür ein halbes Vermögen ausgegeben hat (nicht wie bei Carmina Burana im St. Galler Klosterhof, gäll Mami?).
Abba-Songs halb-lauthals singend genehmigten wir uns dann noch einen Schlummertrunk in der völlig unspektakulären Havana Bar (und ja, das mit dem singen war nur ich, wieso?).
Touristen par excellence:
Zweiter Stop auf unserer Tour de Touristes war dann der Klassiker, das Empire State Building. Wir waren echt dankbar, dass wir nicht in der Hochsaison da waren, so mussten wir nur wenige Minuten (statt mehrerer Stunden) Schlange stehen. Der Ausblick war wie erwartet schön, 18 US-Dollar sind aber schon ein sehr stolzer Preis (mal abgesehen davon, dass wir noch mehr bezahlt haben, weil wir was falsch verstanden haben...anyway, nicht dran denken).
Zum Abschluss unserer Reise sind wir dann noch etwas durch das Finanzviertel geschländert, inklusive Ground Zero (und ja, ich hab ein paar Tränchen verdrückt bei der Liste mit allen Opfern und so). Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir uns dann noch einen Drink an einer Bar in der Grand Central Station genehmigt (sehr schön renoviert), einen Blick in die New York Public Library geworfen und im Planet Hollywood am Times Square zu Abend gegessen.
Rückfahrt:
So, das war's. Fotos gibt's hier. NYC Pt. 1 sind meine Bilder, Pt. 2 die von Eva als Ergänzung und Evas gesamte Gallerie hab ich rechts auf der Seite verlinkt.
Hier noch die extra 10% lustig: Eisbärbaby zu seiner Mutter: "Mir ist egal, von wem ich abstamme, aber ich friere."
